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Ich als Engel...

Autor: WiebkeSchumache | Datum: 05 Januar 2015, 12:04 | 0 Kommentare

Wenn ihr glaubt, die Weihnachtszeit sei schon vorbei, dann liegt ihr falsch. Hier endet diese Zeit nicht nach dem letzten Verwandtenbesuch am 26. Dezember. Nene. Wir stecken noch mitten drin, in dieser Zeit der Besinnung, der Ruhe und des Zusammenseins mit der Familie. Obwohl ich manchmal denke, dass diese Zeit im Allgemeinen gar nicht mal so ruhig ist. Es ist so gut wie jeden Tag eine andere Weihnachtsfeier oder ein Gottesdienst, wo man hingehen kann bzw. sollte.

Aber fangen wir mal von vorne an. Die Weihnachtszeit beginnt doch mit der Adventszeit oder? Also ich glaube schon, jedoch habe ich das Wort Advent (heißt im Indonesischen genauso) eigentlich fast nie gehört. Hier gibt es viele Traditionen, wie wir sie in Deutschland kennen gar nicht. Immer wenn ich vom Nikolaustag in Deutschland erzählen wollte, musste ich zuvor meist erklären, was das eigentlich genau ist. Auch der Adventskranz, der Adventskalender und der Weihnachtsmarkt sind hier nicht weit verbreitet. Aber das heißt nicht, dass vor dem 24. Dezember nichts gemacht oder dekoriert wird. Schon lange vor Weihnachten schmücken viele Menschen ihr Haus und stellen einen Weihnachtsbaum auf. Dieser ist allerdings aus Plastik, da es hier auf Grund der klimatischen Bedingungen schwierig ist einen echten Baum aufzustellen. J 

Das was an Weihnachtstraditionen aus Deutschland in Indonesien fehlt, wird durch unzählige Feiern wieder ausgeglichen. Zum Beispiel finde ich es total schön, dass die Jugendgruppe aus der Gubunagung-Gemeinde einen ganz tollen Gottesdienst für alle Kinder veranstaltet hat oder, dass sich einfach ein paar Leute aus unterschiedlichen Gemeinden in einer Stadt treffen und eine Weihnachtsfeier veranstalten. Wo ich allerdings abends auf einmal mit ein paar Anderen nach vorne gestellt wurde, um Jingle Bell Rock vorzusingen, was ich zuvor jedoch leider noch nie richtig gehört habe. Naja ich glaube meine Versuche an Tanzbewegungen haben es auch getan J

So nun zum 24. Dezember, dem Heiligen Abend. Mein Tag verlief ungefähr folgendermaßen:

Um 10 Uhr gab es ein wunderbares (deutsches) Weihnachtsfrühstück, da ich den Tag bei der deutschen Familie Börner verbracht habe. Um zwei Uhr haben haben dann die traditionellen Weihnachtsspiele angefangen. Claudia und ich gegen Selma und Mara, mit Matthias als Spielleiter. Das war total lustig. Um halb 5 musste ich jedoch zur Kirche fahren, um mich für meine Rolle als Engel bereit zu machen, denn von ca. 40 Jugendlichen und Kindern wurde eine ganz tolle Weihnachtsgeschichte im javanischen Stil aufgeführt. Wochen vorher wurden schon verschiedenste javanische Tänze eingeübt, welche dann am Weihnachtsabend im Rahmen eines tollen Programms aufgeführt wurden. Ich war in der Gruppe der Engel mit 4 anderen Mädels. Beim einüben wusste ich oft nicht, was ich jetzt genau machen sollte, also bin ich oft auch (wahrscheinlich etwas unbeholfen) den Anderen hinterher. Sie haben mich aber wirklich gut mit eingebunden.

Am Heiligen Abend wurde ich dann direkt um halb 5 (typisch javanisch) stark geschminkt und es hat pro Person ca. eine Stunde gedauert bis ich das sehr aufwendige Kostüm endlich an hatte. Und jetzt stellt euch mal vor, das muss bei 40 Leuten gemacht werden. Da kann man sich ja vorstellen, was das für ein Aufwand war.

Als es dann losging war ich schon ein bisschen aufgeregt, aber es war schön ein Teil dieser Aufführung zu sein, obwohl ich wahrscheinlich nicht nur durch mein Aussehen, sondern auch durch meine doch noch nicht so ganz ausgereiften Tanzkünste, etwas aus der Reihe gefallen bin. Es ist gar nicht so einfach so graziös zu tanzen, wie es immer aussieht. Natürlich wurden vor, während und nach der Vorführung noch unzählige Fotos gemacht. Hatte ich schon mal erwähnt, dass die Indonesier auf Fotos stehen? Ich weiß, das klingt jetzt nach einer Verallgemeinerung, aber ich habe bisher eigentlich noch keinen Indonesier getroffen, der nicht mindestens ein oder zwei Fotos/Selfies machen wollte bei irgendwelchen Treffen.

Letztendlich habe ich von dem Weihnachtsgottesdienst nicht viel mitbekommen, aber dafür durfte ich ja den Tumult hinter der „Bühne“ mitkriegen. Abends wurden dann noch die Weihnachtsspiele beendet und es gab natürlich auch hier Bescherung.

Es ist Tradition, dass sich die Jugendlichen am 25. Dezember treffen und sich auf den Weg zu verschiedenen Familie machen. Ich war mit ein paar Leuten aus der Sukun-Gemeinde unterwegs und wir haben von 3-10 Uhr abends ca. acht Familien besucht. Das hat echt total Spaß gemacht. Eigentlich ist es immer so, dass man sich die Schuhe auszieht und einen Raum betritt, wo entweder Sofareihen sind oder Teppiche zum auf dem Boden sitzen. Dann wir für ca. eine halbe Stunde erzählt und natürlich, was darf nicht fehlen? Genau, das Essen. In jedem Haus bekommt man Knabbersachen und manchmal sogar warme Sachen, wovon man eigentlich gar nicht alles essen kann. Es wäre aber auch unhöflich zu sagen, dass man nichts mehr essen möchte, also habe ich an diesem Tag einfach ein wenig meine Magenwand gedehnt J

Der Tag war insgesamt für mich sehr eindrucksvoll und schön, da ich viele Familien kennen lernen durfte und Traditionen kennenlernen konnte. Heute Abend zum Beispiel geht es, genau wie gestern, weiter mit Weihnachtsfeiern. Aber ich finde das sehr schön.

Im Moment warte ich da drauf, dass ich umziehen kann und anfangen kann zu arbeiten. Es wird gesagt, dass dies Anfang Januar geschieht. Na da bin ich mal gespannt.

Jetzt wünsche ich euch erstmal schöne weitere freie Tage und viele Grüße aus dem schönen warmen Malang an die deutsche Kälte. :)  Eure Wiebke

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